"Hugenotten in Niederbieber"
Bericht über einen alten Familienstamm, welcher nach
dem 1685
ergangenen Widerruf des "Edikts von Nantes" aus Frankreich vertrieben
und etwa um 1690 vom Graf zu Wied mit mehreren Flüchtlingen
aufgenommen wurde.
Dem Schreiber dieser Zeilen, Walter Marmé, war wohl bekannt, dass die Vorfahren Hugenotten waren, da auch noch die heutige Schreibweise des Namens mit Akzent darauf hindeuten. Er muss weiter bekennen, dass er seinen Großvater Wilhelm gekannt und von dessen Schwester Luise und 4 Brüdern Johann, Christian, Peter und Philipp wusste, darüber hinaus aber von den Vorfahren keine Ahnung hatte.
Ende 1998 erhielt ich einen Brief von Frau Maggie Marmé-Eynatten aus E Florida/USA. Sie hatte in einem Buch mit dem Titel "The New World Book of Marmé's" meinen Namen und meine Anschrift - als einzigen Eintrag für Deutschland - entdeckt. Ihr Großvater Johann Wilhelm Marmé war 1877 nach Amerika ausgewandert und am 21.02.1849 in Neuwied geboren. Sie vermutete ein verwandtschaftliches Verhältnis und hoffte, etwas über den Großvater zu erfahren.
Somit begann für mich die Rolle des Ahnenforschers. Im Geburtsregister der Marktkirche Neuwied wurde ich fündig und einmal angefangen konnte ich mit Unterstützung eines freundlichen Helfers in Kirchenbüchern von Dierdorf und dem evang. Archiv in Boppard den Stammbaum des Großvaters bis zum Jahre 1727 feststellen. In der weiteren Korrespondenz mit Frau Marmé-Eynatten wurde mir mitgeteilt, dass man in Amerika 130 Nachkommen der Linien Marmé gefunden und der größte Teil sich vor einigen Jahren in Colorado getroffen hatte. Meine Neugierde für meine eigenen Vorfahren war durch diese Sache natürlich geweckt und so konnte ich auch hier den Stammbaum bis zum Jahre 1766 zurück verfolgen. Begonnen habe ich meine Recherchen im Geburts- und Sterberegister der evangelischen Kirche in Niederbieber.
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VATER Alfred Marmé geb. 03.08.1900 in Niederbieber gest. 30.07.1984 in Altwied |
GROSSVATER Friedrich Wilhelm Marmé geb. 05.05.1865 in Niederbieber gest. 25.07.1943 in Niederbieber |
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UR-GROSSVATER Johann-Friedrich Marmé geb. 31.12.1839 in Brückrachdorf gest. 03.01.1903 in Niederbieber |
UR-UR-UR-GROSSVATER (1) Georg Henrich Marmé geb. 1766/67 unbekannt gest. 23.09.1841 in Brückrachdorf |
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UR-UR-GROSSVATER Christian Marmé geb. 01.02.1805 in Brückrachdorf gest. 27.10.1874 in Brückrachdorf |
UR-UR-UR-UR GROSSVATER (2) Johann Henrich Marmé
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(1) Nach dem Sterberegister ist Georg-Henrich im Alter von 74 Jahren gestorben. Geb.-Datum und Ort konnte nicht ermittelt werden.
(2) Im Heiratsregister ist die Eheschließung zwischen Georg-Henrich und Maria Elisabeth Grott am 01.02.1799 festgehalten. Als Vater des Bräutigams wurde der bereits verstorbene Johann-Henrich Marmé erwähnt. Geburts- und Sterbedatum konnten nicht gefunden werden.
Somit bleibt festzustellen, dass die eingangs erwähnten Geschwister und alle in Niederbieber und Umgebung lebenden Nachkommen ihren Stammvater in Johann-Friedrich Marmé geb. am 31.12.1839 haben.
Bei meinen Erkundigungen bin ich im Zusammenhang mit dem Namen Marmé weiter auf Tatsachen gestoßen, die in diesem Bericht erwähnenswert sind.
Zunächst musste ich feststellen, dass es lt. Kirchenbuch noch einen sechsten Bruder mit Vornamen Friedrich, geb. am 25.05.1873, gest. am 08.09.1884 an Influenzia, gegeben hat.
In einer Broschüre "Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde
Neuwied" von Pfarrer Rudolf Löhr, Herausgabe 1953, konnte ich nachlesen,
dass ein
Ewald Marmé von 1707 bis 1731
Heinrich Marmé bis 1776
Andreas Marmé bis 1803
und sein Schwiegersohn P.W. Jäger bis 1850
in der Marktkirche Neuwied die Glocken geläutet haben und im Küsteramt
tätig waren.
Erwähnenswert ist weiterhin eine Gedenkmünze, herausgegeben zur Ernennung von Graf Alexander zu Wied im Jahre 1738. Die Münze wurde von einem Marmé entworfen. Der Namenszug ist in kleiner Schrift auf der Münze zu sehen. Ein Original ist im Besitz eines Neuwieder Bürgers, welcher mir einen Abdruck herstellte.
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Bei meinen Recherchen hat sich herausgestellt, dass es mehrere Linien Marmé
gibt, so z.B. in Brückrachdorf. Es ist daher anzunehmen, dass einige
vertriebene Hugenotten mit dem gleichen Namen (evtl. Brüder) in der Grafschaft
Aufnahme fanden oder Brüder der Vorfahren Nachkommen hatten.
Abschließend sollte man dem Grafen zu Wied, bzw. dem späteren Fürsten zu Wied ein Wort des Dankes dafür widmen, dass er die Aufnahme der vertriebenen Hugenotten erlaubt hat und ihnen die Möglichkeit gab, hier sesshaft zu werden.