Rolf Hartge – zum 90sten Geburtstag


Von Gudrun de Fallois

 

Im Jahr 2003 hat Rolf Hartge – dem VNB ständig eng verbunden und vielen Niederbieberer Bürgern bekannt und vertraut – seinen 90sten Geburtstag gefeiert. Dazu gratuliert der VNB Rolf Hartge von Herzen, wünscht dem Jubilar weiterhin Kraft und Gesundheit und dass die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen ihm und dem Verein noch möglichst lange andauert und so gedeihlich wie bisher fortgeführt werden kann.

Rolf Hartge wurde am 17. Oktober 1913 in Oberursel im Taunus geboren, wuchs in Niederbieber auf, besuchte das Jungengymnasium in Neuwied und danach in Honnef, wo er 1933 sein Abitur machte. Danach trat er bei der Rasselstein AG in Neuwied ein. Das elterliche Haus, in dem er seine Kinder- und Jugendzeit verbrachte und wo er auch noch einige Jahre mit seiner eigenen jungen Familie wohnte, befindet sich im alten Ortskern von Niederbieber in der Alten Schulstraße 7. Heute lebt dort die Familie Weiß und kann von der Anhöhe her den Blick auf einen großen Teil Niederbiebers genießen.

Die Verdienste von Rolf Hartge sind vielfältiger Natur, vor allem auch in seinem Berufsfeld innerhalb der Eisen- und Stahlindustrie, die in unserem heimischen Raum durch die Firma Rasselsein verkörpert ist.
Nach dem Krieg, den Rolf Hartge als Offizier einer Rheinischen Infanteriedivision miterlebte, trat er Ende 1945 wieder beim Walzwerk Rasselstein ein. Bis zum Jahr 1958, in dem ihn dann größere berufliche Herausforderungen ins Saarland riefen und wo er auch heute noch auf dem Gut Wiesenhof in Merzig mit seinen Söhnen und Familie lebt, war er mit Leib und Seele für den Ort Niederbieber da:
Er war Vorsitzender des Verschönerungsvereins Niederbieber, eines Vorläufers unseres VNB, und setzte sich intensiv für die Interessen und das Aussehen unseres Ortes ein.

Sein Studium der französischen Sprache trug – vor allem in den unmittelbaren Nachkriegsjahren – erheblich zur Vermittlung und zur Verständigung mit der französischen Besatzungsmacht bei. So gelang es ihm auch seinerzeit, zusammen mit der Urkundenrolle Bruchstücke eines Originalreliefs von Bismarck zu retten, dessen Denkmal am Scharfen Eck seit 1903 einen besonderen Platz in Niederbieber innegehabt hatte und das in der Nachkriegszeit zerstört wurde. Dankenswerterweise hat Rolf Hartge die Originalbruchstücke mit Urkunde dem VNB zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2000 konnte auf Initiative von Kurt Seuser eine Rekonstruktion von Bismarcks Originalrelief in Bronze gegossen und zusammen mit einer Gedenkplakette an der gleichen Stelle errichtet werden, wo einst das ursprüngliche Denkmal stand (vgl. „Unser Niederbieber einst und jetzt“, 2001).
Dieses soll nur als eines von vielen möglichen Beispielen genannt sein:
Rolf Hartges Liebe zur alten Heimat und die dauerhafte enge Verbindung zu Niederbieber und dem VNB sind offensichtlich.

Ob wir Herrn Rolf Hartge bei unserer nächsten Mitgliederversammlung begrüßen dürfen oder ob er uns beim Besuch seiner Niederbieberer Freunde begegnet oder ob wir ihn in der evangelischen Kirche oder auf dem Weg zum Familiengrab auf dem Alten Friedhof treffen, wir Niederbieberer Bürger werden uns freuen, einen uns vertrauten Menschen zu sehen, den weder viele Kilometer noch ein ehrwürdiges Alter davon abhalten, seine alte Heimat wieder aufzusuchen.

 

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