Informationen zum Projekt Backhaus

von Werner Kinne, 2007

 

Nachdem das alte Backhaus im Dezember 2005 vom VNB gekauft war, wurden im Frühjahr 2006 die ersten Räumungsarbeiten durchgeführt. Zeitgleich wurde mit einem Aufrufschreiben an alle Bürgerinnen und Bürger von Niederbieber eine große Spendenaktion eingeleitet. Über diese Startaktionen haben wir alle anwesenden Mitglieder in der letzten Jahreshauptversammlung am 16.März 2006 ausführlich informiert. Inzwischen sind nun weitere zwölf Monate ins Land gezogen und die Mitglieder wie Sponsoren haben einen Anspruch darauf über die laufenden Aktivitäten zur Realisierung unseres Wunschtraums vom Dorfmuseum aktuell informiert zu werden, Diesem Anspruch versuchen wir mit dem folgenden Bericht gerecht zu werden.

Nach Eingang der ersten Spenden und Zuwendungen konnten wir dann ganz gezielt die eigentlichen Renovierungsarbeiten in Angriff nehmen. Die Voraussetzungen dazu waren umfangreiche Abbrucharbeiten, wie auch funktionale bauliche Veränderungen (z.B. Treppenlauf) und die Entrümpelung von nicht verwendungsfähigen Einrichtungen. Diese Arbeiten, einschließlich der anfallenden Schuttentsorgung, wurden von ehrenamtlichen Helfern in annähernd achthundert Einsatzstunden ausgeführt. Es waren an den Samstagen meist nur 1-3 und bei wenigen Ausnahmen auch mal 4-5 freiwillige Helfer im Einsatz. Somit lag die Last der Schwerstarbeit leider oft auf den Schultern von einigen wenigen. Allen Helfern gilt jedoch unsere hohe Anerkennung und wir sagen hiermit jedem offiziell verbindlichen Dank.

Die Agentur für Arbeit hat uns über den Servicebetrieb der Stadt Neuwied vorübergehend eine kleine Gruppe von Männern aus dem Ein-Euro-Job zur Verfügung gestellt, die Putz abgeschlagen und Holzböden gesäubert haben. Im Mai/Juni wurden neue Hausanschlüsse für Gas und Wasser durch die Stadtwerke installiert. Auch musste der Stromzählerkasten innerhalb des Hauses umgesetzt werden.
Im Juni kam die Firma Werhand zum Einsatz für die Rohinstallation der Gasheizung und der Sanitäranlagen für WC und Teeküche. Die ehrenamtlichen Helfer hatten parallel dazu die Wärmedämmung des Speichers mit 140 mm Styropor und einer Spanplattenabdeckung ausgeführt.
Eine Tischlerei aus Sachsen, die auf den Fensterbau in historischer Bauart spezialisiert ist, hat ebenfalls im Juni die Sprossenfenster gefertigt, geliefert und montiert. Damit war dann erstmals auch nach außen hin etwas vom Baufortschritt sichtbar geworden. Zwischenzeitlich wurden im Anbaubereich zwei Fensteröffnungen zugemauert und ein neues Fenster wie auch eine sehr preiswerte Haustüre aus Kunststoffprofilen neu eingebaut. Dieser Anbau gehört nicht zu dem denkmalgeschützten Fachwerkbau und unterliegt nicht den historischen Anforderungen.

In diesem Bereich haben wir die Einrichtung unseres Archivs und die Materiallagerung vorgesehen. Hier wurden in Eigenleistung fast alle Ausbauarbeiten wie Gipskartondecken, Wärmedämmung, Fliesestrich und PVC-Bodenbeläge ausgeführt. Die Elektroinstallation wurde ebenfalls im ganzen Haus von zwei Fachkräften ausgeführt, die als Mitglieder des VNB ehrenamtlich im Einsatz waren. Es muss auch in diesem Zusammenhang einmal erwähnt werden, dass sämtliche Materialeinkäufe und –transporte von unseren Helfern ohne diverse Kostenerstattungen durchgeführt wurden.

Die Heizung wurde vor Wintereinbruch im November in Betrieb genommen. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch die neue Haustüre am Haupteingang Backhausgasse, ebenfalls in historischer Bauart, erstellt, geliefert und eingebaut.

Das alles hört sich nun so an, bzw. liest sich so, als ob wir schon bald fertig wären mit unserem Projekt „Museum im Backhaus“. Das ist jedoch nicht so. Es fehlen noch umfangreiche Innenputzarbeiten in spezieller Lehm- und Kalkputzausführung. Teilflächen des Fachwerks sollen innen mit einer Plexiglasfläche sichtoffen abgedeckt werden. Die Holzböden und Balken wie auch die Holztreppe müssen noch abgeschliffen, nachgearbeitet und versiegelt werden.
Wenn auch die Leuchtkörper für den Archivraum gespendet wurden, so fehlen noch eine Anzahl von Deckenleuchten und Strahler in den Ausstellungsräumen. Auch benötigen wir eine kleine sogenannte Bordküche als Einrichtung der Teeküche. Ebenso fehlt noch eine WC-Trennwand. Ferner sind noch alle Innenanstricharbeiten zu erledigen.
Sodann muss auch eine intensive Grundreinigung durchgeführt werden. Dazu suchen wir noch hilfsbereite Männer und Frauen, die sich in die Gruppe der ehrenamtlichen Helfer einreihen.
Für die Einrichtung des Museums benötigen wir noch Bilderrahmen, Bildleisten und ggf. auch noch diverse Glasvitrinen.
Die letzte große Renovierungsmaßnahme wird die historische Aufarbeitung der Außenfassade und des Fachwerks sein. Der Vorstand ist zuversichtlich, dass diese Gesamtmaßnahme im Laufe des Jahres 2008 abgeschlossen wird. Dazu ist jedoch eine erneute Belebung der Spendeaktion erforderlich.

Das bisherige Spendenaufkommen von rund 20.000,00 € sowie die bereits gezahlten Zuschüsse der Stadt von 8.600,00 € und des Amtes für Denkmalpflege in Höhe von 2.500,00 € sind bereits aufgebraucht.
Es fehlen nach unseren Schätzungen nach rund 7.000,00 € für die oben beschriebenen Restarbeiten. Über die Zuschussanträge an den Kulturausschuss des Landkreises Neuwied und an den Ortsbeirat war bis Redaktionsschluss noch nicht entschieden.

Wir werden in den Jahreshauptversammlungen auch künftig neben dem Kassenbericht einen Bericht zum Projekt Dorfmuseum zur Mitgliederinformation vortragen.


 

 

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