Verein Niederbieberer Bürger e.V.
(Hier klicken um die aktuelle Satzung zu sehen.)
Ende 1979 wurde der Verein Niederbieberer Bürger
-V N B -gegründet, nachdem es zuvor bereits erste Gespräche - sozusagen
geheime Treffen auf neutralem Boden - in Oberbieber gegeben hatte. Offenbar
wollten die Gründerväter möglichst wenig dem Zufall überlassen
und einige Weichen schon im Vorfeld stellen. Dabei müssen sie gute Arbeit
geleistet haben, denn die von ihnen konzipierte Satzung wurde in der Gründerversammlung
am 22. November 1979 einstimmig angenommen. 36 Personen hoben seinerzeit den
Verein aus der Taufe.
Der Verein Niederbieberer Bürger zählt heute - mit Stand 31.12.2010–
542 Mitglieder.
Zum Vorstand gehören:
1. Vorsitzender:
Bernd Siegel, Aubachstr. 8, Tel. 02631-56226,
(Email: bernd.siegel@rasselstein.com)
Stellvertreter:
Werner Kinne, Waldblick 4, Tel. 02631-53498, (Email: kinnewerner@aol.com)
Schatzmeister:
Klaus Dalpke, Donaustr. 13, Tel. 02631-54499
Geschäftsführerin:
Anita Trostel, Zum Kuckucksberg 10, Tel. 02631-343272, (Email: anita.trostel@niederbieber.de)
Beisitzer:
Uschi Klaassen, Kurt-Schumacher-Str. 2, Tel. 02631-53690
Sabine Berger, Aubachstr. 9, Tel. 02631-48738
Beate Steger, Augustenthaler Str. 5, Tel. 02631-957414
Der aktuelle Vorstand 2010:

Bei der Gründerversammlung einigte man sich einen Monatsbeitrag von einer
Mark zu erheben, woran sich bis heute nichts geändert hat. Seit der Euro-Einführung
werden sogar nur 0,50 € erhoben, was einem Gegenwert von 0,98 DM entspricht.
Geändert haben sich dagegen die Aufgaben des Vereins. Denn ursprünglich
ging es vor allem darum, die Kirmes in Niederbieber zu fördern und attraktiver
zu machen. Dies gab auch den eigentlichen Anstoß zu der Gründung
und führte später zu recht erfolgreichen Aktionen wie einem runden
Dutzend musikalischer Frühschoppen. Schon bald wandte sich der VNB auch
anderen Aufgaben zu. Ortsverschönerung, Heimatpflege und Erhalt der liebenswerten
Eigenheiten Niederbiebers sind nur einige Stichworte.
In dem Zusammenhang erfüllt natürlich unsere Broschüre –
„Unser Niederbieber einst und jetzt“ - eine wichtige Funktion,
obwohl auch sie zunächst vor einem etwas anderen Hintergrund entstanden
war. Es war nämlich beabsichtigt, so der erklärte Wille in einer
Mitgliederversammlung am 7. Februar 1980, die Termine der Ortsvereine besser
zu koordinieren und jährlich in einem Veranstaltungskalender zu veröffentlichen.
Was dann unter Federführung des VNB auch geschah. Die Termine sind heute
noch Bestandteil des Heftes; darum herum jedoch hat sich ein beachtlicher
redaktioneller Teil entwickelt. Dies deutete sich schon in der ersten Ausgabe
vom März 1981 an. Die Broschüre wurde zusehends zu einer wahren
Fundgrube für alle, die mehr über „Niederbieber einst und
jetzt“ erfahren wollen. Darüber hinaus ist sie ein begehrtes Objekt
für Sammler. Doch kehren wir noch einmal zurück in die erste Hälfte
der 80er Jahre. Am 1. Juni 1980 startete der erste Ortsrundgang, der - meist
von dem mittlerweile leider verstorbenen Manfred Marmé organisiert
– in der Zwischenzeit ebenso zum festen Programm des Vereins gehört
wie die Aktion "Sauberer Aubach".
Aber auch der Vereinsausflug, zu dessen Premiere am 26. Oktober 1986 rund
90 Teilnehmer aufbrachen, ist längst gute Tradition. Ziel war damals
das Rheinische Landesmuseum in Bonn. Dort gab's mit einigen Exponaten aus
der Römerzeit auch Spuren des historischen Niederbieber zu sehen. Ein
Beispiel von vielen, das dokumentiert, wie der Verein immer wieder bestrebt
ist, seine Aktionen mit Niederbieber und der Geschichte und Gegenwart des
Ortes in Verbindung zu bringen. Die zweiwöchige Fotoausstellung "Niederbieber
wie es früher einmal war" in der Sparkasse war lange Jahre ein weiteres
Beispiel. Oder der Videofilm, der 1990 herausgegeben wurde und unter anderem
historische Szenen aus dem früheren Vereinsleben in Niederbieber zeigt.
Auch widmet sich der Verein der Niederbieberer Mundart. Bereits kurz nach
seiner Gründung hat er die Mundart wieder zum Leben erweckt und pflegt
sie bis heute weiterhin. Mittlerweile ist der lange geplante Mundart-Stammtisch
Wirklichkeit geworden. Die Biewerer Plattschwätzer treffen sich in jedem
Quartal einmal zum Stammtisch und es kann immer „Volles Haus“
vermeldet werden. Die Stammtischler erfassen Neues und Altes, erzählen
Geschichten und Histörchen in Mundart. Mittlerweile konnte der Stammtisch
bereits den fünften Geburtstag feiern. Der 28. Jahrgang – 2008
der Broschüre „Unser Niederbieber einst und jetzt“ beinhaltet
das Mundart-Lexikon „Biewerer Platt vom Blaat“ ein buntes Allerlei
rund um die Niederbieberer Mundart. Das Lexikon soll allen Alt- und Neu-Niederbieberern
Hilfestellung bei der Suche nach typischen Mundartgegriffen geben. Es will
vor allen Dingen aber mit dazu beitragen, dass die „Biewerer“
Mundart nicht in Vergessenheit gerät.
Wenn es um Spuren des historischen Niederbieber geht, darf der Hinweis auf
das Freilegen und Restaurieren von Teilen des Römerbades in Niederbieber
nicht fehlen, das unter Federführung des VNB und in enger Zusammenarbeit
mit der Stadtverwaltung erfolgte, mit der der Verein schon immer ein gutes
Verhältnis pflegte. Maßgeblich zur Finanzierung des 1988 abgeschlossenen
Projektes beigetragen hatte das Land. Damit war es dem VNB gelungen, Niederbieber
um eine Attraktion zu bereichern. In einer Vitrine im Römerbad ist seit
2007 die maßstabsgetreue Nachbildung des gesamten Kastellkomplexes ausgestellt.
Eckhart Klaassen ist hier ein wahres Meisterstück gelungen.
Mittlerweile führt nun auch ein Rundwanderweg zu dem Bad, darüber
hinaus zur Erdzeitenuhr am Schulzentrum und schließlich weiter nach
Altwied. Außerdem weisen Schilder auf diese beiden "Sehenswürdigkeiten"
in Niederbieber hin.
Im Besitz des Vereins befinden sich übrigens auch Reste des einstigen
Bismarck-Denkmals, das an der "Scharf Eck" stand. Der frühere
Niederbieberer Bürger Rolf Hartge, den noch immer enge Kontakte mit seiner
Heimat verbinden, hatte jene Reste aufbewahrt und 1987 dem VNB übergeben.
Mittlerweile haben die Reste einen würdigen Platz gefunden, man kann
sie nun im „Museum im Backhaus“ besichtigen, von dem noch anschließend
berichtet wird. Außerdem findet man hier das Modell des Denkmals, das
zuvor 100 Jahre auf dem Dachboden einer Niederbieberer Bürgerin geschlummert
hatte.
Mit dem Bieber-Stein an der "Bur-Eiche" oder dem restaurierten Brunnen in der Melsbacher Straße, aber ebenso mit der Anlage der Bank mit Baumgruppe am Grenzstein 'Heddesdorfer Berg' konnte der Verein bereits Beiträge zur Verschönerung des Ortsbildes leisten.
Am 27.1. 2001 wurde in der Backhausgasse das Synagogen-Denkmal eingeweiht.
Dem Verein als Koordinierungsstelle war es gelungen, die Gelder für die
Finanzierung des Denkmals - neben einem Eigenbeitrag - einzusammeln und damit
mitzuhelfen, dieses lobenswerte Anliegen der Herren Ewald Bachmann und Werner
Kinne zu verwirklichen.
Die früheren Wettbewerbe zur Ortsverschönerung, bei denen besonders
gelungene Gartengestaltungen ausgezeichnet wurden, oder die jährliche,
von Bruno Wiegel initiierte Gemeinschaftsaktion mit dem Verschönerungsverein
Segendorf, der Grundschule und später auch der Regionalen Schule, bei
der Kinder und Jugendliche unter Anleitung von fachkundigen "Paten"
ihren Schulstandort erkunden, runden das Bild eines regen Vereines ab.
Bei all diesem Engagement für Heimatpflege, Ortverschönerung und
Erhalt von Brauchtum kam und kommt natürlich auch die Geselligkeit nicht
zu kurz. Wenn man dann auch noch das gemeinsame Feiern verbindet mit dem Einsatz
für eine gute Sache, so sind wir bei einem der bisherigen Höhepunkte
im Leben des VNB. Die Rede ist von dem "Festival der guten Taten`, dessen
Erlös an die Aktion Sorgenkind ging. In den Stadtteilen wurde es seinerzeit
am 17. und 18. August 1985 von den Ortsvereinen mit verschiedenen Aktionen
gefeiert. So auch in Niederbieber unter Regie des VNB. Am Ende kamen mehr
als 31.000 Mark zusammen! Da Heimbach-Weis sogar noch ein paar Mark mehr verbuchen
konnte, wurde in Niederbieber kurzerhand noch ein "Gemütlicher Abend"
veranstaltet, um die Summe etwas aufzustocken und somit stadtweit Platz eins
zu belegen. Womit der Beweis erbracht wäre, dass gewisser Lokalpatriotismus
eine durchaus sinnvolle Sache sein kann...
Ebenfalls noch in guter Erinnerung dürfte vielen der Dorfabend
unter dem Motto "Zirkus Afrika" am 16. Mai 1994 sein. 115 Akteure
aus verschiedenen Ortsvereinen sind an diesem Abend aufgetreten. Ein zweiter
Dorfabend fand am 5. Juli 2000 statt, unter dem Motto "Niederbieber mitten
in Europa" auch hier standen wieder viele Ortsvereinsmitglieder auf der
Bühne. Jürgen Herbst, der auch die Regie hatte, führte als
Conferencier durch den Abend.
Seit 1995 gibt es regelmäßig einen Weihnachtsmarkt auf der Wiedinsel.
Ca. 40-50 Aussteller bieten weihnachtliche Geschenkartikel an. Die Insel erstrahlt
in einem weihnachtlichen Lichtermeer, das sich in der Wied widerspiegelt.
Der Weihnachtsmarkt am 1. Adventssonntag auf der Wiedinsel ist für alle
Besucher ein stimmungsvolles Erlebnis. Seit 2002 findet er nur noch alle zwei
Jahre, und zwar in den „geraden“ Jahren statt.
Seit Advent 2003 erstrahlen die Wiedbachstraße, die Aubachstraße
und die Bäume an der Bureiche auf Initiative des VNB in weihnachtlichem
Glanz. Der Verein hat das Material angeschafft und fleißige Helfer des
VNB haben viele hundert Meter Lichterketten montiert, die dann unter Mithilfe
von den Mitarbeitern der Servicebetriebe der Stadt installiert wurden.
Auf der politischen Bühne bemühte sich der Verein in all den Jahren
stets um Neutralität. Was ihn freilich nicht davon abhielt, sich auch
einmal zu Wort zu melden, wenn es um die Interessen von Niederbieber ging.
Man denke nur an den hartnäckigen Einsatz für einen Neubau des Stegs,
der im Juli 1996 aus Sicherheitsgründen gesperrt werden musste, oder
an den - wenn auch vergeblichen Protest gegen die Schließung der Post.
Vieles ließe sich noch hinzufügen an Namen, Daten und Fakten. Aber
eine Chronik in diesem Rahmen kann nur mit Beispielen die Entwicklung des
Vereines beschreiben und nicht etwa Anspruch auf Vollständigkeit erheben.
Keinesfalls vergessen werden sollen an dieser Stelle aber all jene, die der
Tod aus dem Kreise der Mitglieder, Freunde und Förderer des Vereins gerissen
hat. Stellvertretend seien Oberbürgermeister Karl-Heinz Schmelzer, der
als Niederbieberer Bürger immer ein offenes Ohr für die Belange
des VNB hatte, das Ehrenmitglied Ernst Honnefeller, der Schatzmeister Karl-Otto
Zorn und das Gründungsmitglied und langjähriger 2. Vorsitzender
Manfred Marmé genannt. Ihr Tod ist für den Verein ein schmerzlicher
Verlust.
Seit 1998, und damit nähern wir uns nun wieder so langsam der Gegenwart,
wurde der heute 542 Mitglieder zählende VNB von einem neuen Vorsitzenden
geführt: Jürgen Herbst war Nachfolger von Ernst Pfefferkorn, der
seit 1982 mit großem Engagement und Erfolg die Geschicke des Vereins
gelenkt hatte. Eine Leistung, für die Ernst Pfefferkorn zum Ehrenmitglied
ernannt wurde. Sein Name wird stets eng verbunden sein mit der positiven Entwicklung
des Vereins. Und sein Rat wird selbstverständlich auch heute noch gerne
in Anspruch genommen. Nach 10 Jahren hat Jürgen Herbst nun im März
2008 sein Amt als Vorsitzender bzw. Vorstandsmitglied niedergelegt, er bleibt
dem Verein aber weiterhin treu. Neuer Vorsitzender ist Werner Kinne, der vorher
zwei Jahre lang als Vorstandsmitglied die Renovierungsarbeiten am Backhaus
und alles was damit zusammenhängt, als Architekt begleitet hat.
Der VNB hat im Dezember 2005 das historische Backhaus in der Backhausgasse,
das im Jahre 1736 erbaut wurde, gekauft um darin das „Museum im Backhaus“
– MiB - einzurichten. Im Frühjahr 2006 begannen die ersten Räumungsarbeiten
und am 30. September 2007 wurde mit einem Backhausfest das „Museum im
Backhaus“ eingeweiht. Stefan Wortig hat den gesamten Werdegang der Renovierung
einschließlich des Backhausfestes mit der Kamera festgehalten. Diese
Bildaufzeichnung ist als DVD erhältlich und nur zu empfehlen, weil die
visuelle Darstellung jede schriftliche Dokumentation übertrifft. Das
Museum ist ein Kulturgut für den ganzen Ort und eine geschichtshistorische
Fundgrube für alle lebenden und nachkommenden Bürgerinnen und Bürger
von Niederbieber. Der Verein möchte das Museum zu einem lebendigen Ort
der Begegnung machen und er ist stolz darauf, dass in enger Verbundenheit
mit der Bürgerschaft dieses Schmuckstück in der Ortsmitte von Niederbieber
geschaffen werden konnte.
Schließen wir nun den Kreis, indem wir noch einmal auf die Broschüre
zurückkommen, aus deren verschiedenen Ausgaben ja einige dieser Betrachtungen
entnommen sind. Die Entwicklung des Vereins und die Entwicklung des jährlich
erscheinenden Heftes lassen sich nicht trennen. Das sich im Laufe der Jahre
wandelnde Selbstverständnis des VNB spiegelt sich wider im Inhalt der
Broschüre. Beide verfolgen im Grunde ein Ziel: Niederbieber lebens- und
liebenswert zu erhalten, damit sich die Menschen hier zu Hause fühlen.
Ob alteingesessene oder neue Bürgerinnen und Bürger - für sie
soll Niederbieber, wie der Titel des Heftes schon sagt, "Unser Niederbieber"
sein. Dieser wichtigen Aufgabe werden sich der VNB und seine Broschüre
auch in Zukunft stellen.